#drosselkom geht auch uns Werber etwas an

Na, erinnert Ihr euch noch?

 

Die Telekom hat angekündigt, ihre DSL-Anschlüsse mit Volumenbegrenzungen zu versehen. Wenn ein Haushalt mehr als eine bestimmte Datenmenge im Monat “in Anspruch nimmt”, wird die Geschwindigkeit seines eigentlich blitzschnellen Anschlusses auf Maße zurückgedrosselt, die an das “World Wide Wait” der frühen ISDN-Tage erinnern lassen wird. Lediglich eigene Services und die Services von (zahlenden) Premium-Partnern will die Telekom von dieser Kontingentierung der Daten-Flatrates ausnehmen. Dies entspricht de fakto der Abschaffung der Netzneutralität in den Netzen der Telekom.

Dagegen laufen derzeit Netzaktivisten unter dem Stichwort “Drosselkom” Sturm.

Inwiefern betrifft aber uns, die wir Online-Werbung machen und ins Netz stellen, diese Maßnahme? Damit will die Telekom doch nur diejenigen Nutzer treffen, die mit Downloads und Streamings von Filmen und Musik unverhältnismäßig viel Bandbreite in Anspruch nehmen treffen?

Ganz einfach: Immer mehr Online-Werbung setzt auf “Rich Media” – auf große Formate, die dann bevorzugt mit Videos, interaktiven Inhalten oder hochauflösenden Bildern und ganzen Micro-Sites gefüllt werden. Video-Werbung ist DAS Boom-Segment der Online-Werbung der letzten Jahre. Allein im letzten Jahr sind die Umsätze mit Online-Videowerbung um 23% auf 240 Millionen Euro gestiegen. Seien es PreRolls oder InStream-Ads – alle bedienen sich der Bandbreiten, die die Hochgeschwindigkeits-Flatrates in den letzten Jahren bereitgestellt haben.

Die Entwicklung der Online-Werbung von einfachen, blinkenden Bannern hin zu aufmerksamkeitsstarker und emotionalisierender Werbung wurde erst durch das freie und schnelle Web möglich.
Wenn der Telekom-Kunde in Zukunft allerdings wieder darauf achten muss, wie viele Daten er durch seine Leitungen lässt, wird er bei den Datenmengen sparen, auf die er am einfachsten verzichten kann. Und das ist – da dürfen wir Werber uns nichts vormachen – immer noch ungewollte, derzeit manchmal nur hingenommene Werbung.

Besonders jüngere Zielgruppen, die zum einen am intensivsten Streaming- und Download-Angebote im Netz nutzen, und möglicherweise nicht über das nötige Kleingeld verfügen, sich aus der Drosselung herauszukaufen, dürften dann schwerer durch Werbung im Internet erreicht werden.

traffic
Mit meinen 324 Gigabyte im Monat liege ich nur 332 % über der geplanten 75 GB Grenze der Telekom. Hauptsächlich nutze ich Musik- und Videostreaming-Dienste, allerdings fehlt der Traffic den ich Mobil „verursache“ in diesem Diagramm.

Sollte die Telekom ihre Drossel-Pläne also tatsächlich wahrmachen und auch noch andere Service-Provider diesem Beispiel folgen, prophezeie ich einen deutlichen Anstieg in der ohnehin schon immer relevanteren Nutzung von AdBlockern – Systemen, die ganz automatisch diese ungewollten Datenpakete ausfiltert und wegblockiert.

Und diese Entwicklung dürfte doch auch nicht im Interesse der Telekom sein, die über ihren Vermarkter Interactive Media im Jahr mehrere hundert Millionen Euro mit Online-Werbung umsetzt.

Und wieviel GB geht durch Deine Leitung?
Wer Lust hat mal seinen Traffic zu überwachen sollte sich iStat menus oder MenuMeters herunterladen. Für Microsoft gibt es den NetSpeedMonitor von Florian Gilles.

Das neue iOS 7

apple-ios7

Von den Sachen die ich bei der Keynote gesehen habe, bin ich begeistert und war bei vielen Dingen, wirklich sehr angetan. Dabei meine ich natürlich nicht nur das neue Design, sondern auch die eine oder andere neue Funktion.

Das Design ist natürlich das erste, was einem ins Auge fällt. Ziemlich schick ist es geworden, wie ich finde. Gefällt mir sehr gut. Sehr minimalistisch, klar und weniger verspielt und aufdringlich. Ein paar nette grafische Effekte und Animationen, wie beispielsweise das sich bei Neigung des iPhones bewegende Hintergrundbild. Klar, braucht kein Mensch und hat null Mehrwert. Sieht aber nett aus.

Einige Apple-eigene Apps gefallen mir bereits jetzt besser als die Alternativen von anderen Entwicklern, die größtenteils die selben Funktionen bieten, mich aber damals in der Optik und Benutzerfreundlichkeit mehr überzeugten, als die Apple-Varianten. Ich sehe mich bereits Apps von meinem iPhone löschen, die sich nur dort befanden, weil ihr Design einfach schöner war als das der originalen Apple-Apps. Hier wären beispielsweise Agenda für den Kalender oder Partly Cloudy für die Wetter App zu nennen. Bin gespannt, was sie aus Notizen, Erinnerungen, Kontakten und der Telefon-App gemacht haben.

Alles in allem war es höchste Zeit, die mittlerweile doch etwas angestaubte Optik von iOS ein wenig an den aktuellen Trend anzupassen. Parallelen zu Android sind nicht von der Hand zu weisen, aber entsprechen meiner Meinung nach dem Status Quo, was benutzerfreundliche Oberflächen angeht und ich sehe schon jetzt alle Entwickler an ihren Schreibtischen sitzen, wie sie neue, hübsche Logos für ihre Apps entwerfen.

Neue Software-Features wie das Control Center, mehrere Seiten innerhalb der Ordner, automatische Updates oder auch Notification Sync waren dringend nötig. Multitasking ist schön gelöst und die Art und Weise, wie die Photo App mit meinen Bildern umgeht, gefällt mir.

Wie auch schon in vorangegangen Updates hat Apple auch diesmal wieder bei der einen oder anderen neuen Funktion von den Entwicklern abgeschaut. Foto-Filter innerhalb der Kamera App sind da noch das kleinere Übel. Bisher konnte mich noch keine Foto App in Sachen Funktionen mehr überzeugen als KitCam, und ich glaube nicht, dass Apple es diesmal schaffen wird. iCloud Keychain hingegen ist ein klarer Angriff gegen 1Password. Eine App, die ich mir bisher aus purem Geiz nicht zugelegt habe, und die ich dann demnächst für umsonst bekomme. Okay. Danke!

Der neue Music-Player gefällt mir ebenfalls sehr gut. iTunes Radio tangiert mich absolut nicht. Zum einen, weil es zunächst nicht bei uns verfügbar sein wird, zum anderen, weil ich mit Spotify einen zwar kostenpflichtigen, aber weitaus flexibleren Musik-Dienst bekomme. Die Möglichkeit, Radiosender zu basteln, dir mir ähnliche Musik spielen, gibt’s schon seit last.fm und womöglich sogar noch länger. Die Integration in iTunes ist zwar nett, aber kein Killer-Feature.

Alles in allem macht iOS 7 einen wirklich tollen, modernen und klaren Eindruck und ich freue mich auf den Herbst, wenn das neue Betriebssystem den Weg auf mein iPhone findet.

Bäckerei TRITICUM

 

Verpackungsdesign für den Bäcker Xevi Ramon aus Barcelona – Lo Siento Studio, Barcelona